Musikalische Vernissage im ART DE L'AUTRE

Am 22.12.2018 ab 19 Uhr

ART DE L'AUTRE lädt Sie zu einer neuen Ausstellung von Jasmin Bugarin mit musikalischer Umrahmung ein!

Jasmin Bugarin

''Ich habe mir die Frage oft gestellt. Wo, wann und wie habe ich die Sprache der Bären gelernt? Es muss schrittweise vonstattengegangen sein, langsam und ohne, dass ich mir dessen wirklich bewusst war, und eines Tages war sie da, inmitten meiner Malerei. Als sei es eine unmissverständliche Offenbarung, konnte ich den Bären malen, ihn spüren und die Sprache der Bären sprechen; es ging wie von allein, spontan und instinktiv. Dem Beispiel dieses großen, zotteligen Tieres, mit dem ich nunmehr lebte, folgend, malte ich impulsiv, mit Selbstverständlichkeit und ohne zu zögern, als sei meine Malerei bereits da, bevor sie unter meinem Pinsel entstand, als bräuchte ich sie nur noch zu enthüllen, das jedoch mit Ungeduld, nervösen Gesten und zufällig gewählten Farben, ähnlich einem Kind, das darauf brennt, seine Geschenke zu öffnen.
Ich bin Berlinerin. Vor dem Fall der Mauer habe ich meine Kindheit und Jugend in diesem abgeriegelten Bereich verbracht, wo ich erfuhr, was es heißt, mit Grenzen zu leben. Diese Mauer, gegen die ich ständig, alle zwei oder drei Straßen, rannte, habe ich lange in meinem Kopf behalten, sehr lange sogar, auch, als die echte Mauer längst weg war. Das Tier in mir konnte sich mit dieser Einzäunung nicht zufriedengeben.
Mit 18, wieder dem Instinkt folgend und dem Gespür nach, ging ich in die Vereinigten Staaten, um die Weite dort zu atmen und, vor allem, um zu arbeiten und an der University of Hartford fünf Jahre lang zu studieren. Danach zog es mich nach London, drei Jahre an die Hochschule für Kunst und Design Central Saint Martins University of the Arts London, und schließlich nach Frankreich für einen Master an der École des Beaux Arts in Bordeaux.
Es war nichts anderes als ein Wandern, ein Weiterziehen, eine Art Forschungsreise in die Gefilde derjenigen Länder, die durch ihre Soldaten – Amerikaner, Engländer, Franzosen – in den Stadtvierteln des Berlins meiner Kindheit vertreten waren. Sicher habe ich dort nach Antworten gesucht, die sich mir entzogen und die ich nur mit äußerster Schwierigkeit formulieren konnte. Mal sehen, wie die, denen ich täglich in Berlin begegnete, leben. Vielleicht war das ja anders? Besser? Schlechter? Mal sehen … Niedergelassen habe ich mich schließlich in Frankreichs Südwesten, in Bordeaux, verheiratet mit einem Franzosen. Meine Wahl war auf Frankreich gefallen!
Der Bär hat mich diese ganze Odyssee hindurch zehn Jahre lang einfach begleitet, wieder einmal wie selbstverständlich. Und ist das Wappentier von Berlin nicht der Bär? Und der Name der Stadt selbst, bedeutet er nicht „kleiner Bär“, „Bärchen“? Die Bären meiner Kindheit, die in den Sternen, konnte ich am Himmel sehen. Ich brauchte nur den Blick nach oben zu richten, um sie zu sehen, den Großen und den Kleinen Bären. Auch begegnete ich diesem Tier, als ich den Ritus des Bären in den französischen Pyrenäen kennenlernte. Reste dieses Rituals finden sich noch in der Tradition zu Lichtmess, das ursprünglich ein heidnischer Ritus war, bevor es zu einem christlichen Fest wurde. Man feiert dort den „Gesang des Bären“, der aus seinem Bau kommt. Die Männer verkleiden sich als Bären und verfolgen die Frauen, um sie zu erschrecken. Der Zeitpunkt dieses Spektakels entspricht dem des Karnevals, und es gibt dieses Ritual nach wie vor.
Wo auch immer mein Weg mich hinführte, der Bär war mein ständiger Begleiter. Der Bär der Pyrenäen, der Berliner Bär und nun die beiden Pandabären Meng Meng und Jiao Quing aus dem Berliner Zoo – als seien die Bären oder vielmehr deren Präsenz eine Annäherung zwischen den Völkern. Sicher habe ich die Sprache der Bären gelernt, als ich damit begann, die Menschen kennenzulernen, als eine Sprache der universellen Verständigung.'' Jasmin Bugarin

Jean-Philippe Guillo, Klavier

Jean-Philippe Guillo kommt aus der Gegend von Nantes und hat im Alter von vier Jahren mit dem Studium des Klaviers begonnen. Später studierte er am Conservatoire national supérieur de Musique de Paris in den Klassen von Pierre Sancan und Jean-Claude Pennetier.
Nach zwei ersten, von der Jury einstimmig vergebenen Preisen für Klavier und Kammermusik perfektionierte er sich bei großen Künstlern wie Dimitri Bashkirov, Yevgueni Malinin, Jean-Bernard Pommier sowie François-René Duchable.
Bei nationalen und internationalen Wettbewerben preisgekrönt wird er vom Orchestre Philharmonique des Pays de Loire, Orchestre Philharmonique de Radio-France, Orchestre National Bordeaux Aquitaine jeweils unter der Leitung von Marc Soustron, Jean-François Heißer, Paul Daniel, Yasuaki Itakura und Christian Orisanu als Konzertsolist eingeladen.
Daneben gibt er regelmäßig Rezitale in Frankreich: Salle Pleyel und Théâtre du Lierre in Paris, Auditorium de Bordeaux, Grand Théâtre de Bordeaux, Festival de Cordes-sur-Ciel, Muhlhouse - La Filature, Gradignan - Théâtre des 4 Saisons, Semaine Musicales de Quimper, Festival Musique au cœur du Médoc, Arles - Soirée Musicale de la chapelle du Mèjan, Festival Piano in Riom, Festival Musica Pornic, wie auch im Ausland: Estnische Musikakademie, Tallin, Maison de la radio, Belgien, Fukuoka, Japan, Schweiz, Spanien, Tschechische Republik und Marokko.
Als begeisterter Kammermusiker spielt er mit Partnern wie François-René Dûchable, Roland Pidoux, Gérard Jarry, Roland Daugareil, Tasso Adamopoulos, Étienne Péclard, Alexis Descharm.
2011 gründet er zusammen mit dem Saxophonisten Thomas Lachaize das Duo Novelty. Sie bieten ein breitgefächertes Repertoire von der klassischen Musik über Ragtimes bis hin zu den Kino-Konzerten (The Matinee Idol von Frank Capra, La petite marchande d’allumettes von Jean Renoir, Au bonheur des dames von Julien Duvivier am Grand Théâtre de Bordeaux).
Zusammen mit Thomas Lachaize komponierte er die Musik zu den Kino-Konzerten „The Rink“ von Charlie Chaplin und „Die seltsamen Abenteuer des Mr. West im Land der Bolschewiken“ von Lev Kulechov.
Auch das zeitgenössische Repertoire pflegt er mit Aufnahmen von György Ligetis „Zauberlehrling“ und „Arc en Ciel“, Christian Laubas „Blue Stream“ und „Brasilien sem fim“. Er ist Widmungsträger von François Rossés 7. Sonate.
Seit 1994 ist Jean-Philippe Guillo Professor am Conservatoire de rayonnement régional in Bordeaux.
Aufnahmen:
„Prélude de Rachmaninov“, Mezza Notte
„Ragtime, Musique américaine des années 20“

Rosa Bugarin, Violoncello

Geboren am 19.02.2001
Studiert am Conservatoire de Bordeaux Jacques Thibaud.
Sie hat am Marché de la Poésie, Chartrons Bordeaux teilgenommen und mit ihrem Trio bei der Radio France Musique gespielt. Ferner ist sie in der Kirche von Pompignac, in der Librairie Olympique und Médiatique du Brannais sowie bei Art de l’autre, Berlin aufgetreten.
Sie hatte Unterricht bei Didier Apparailly, Jéremy Genet, François Bex, Hans Rabus, Matias Olivera Pinto, Martin Menking, Wolfgang Böttcher, David Riniker und Raphaël Pidoux und Raphaële Semizis.
Sie spielt Piotr Tschaikowskis Variationen über ein Rokoko-Thema, Op. 33 im Urtext und
Karl Davidoffs Allegro de Concert, Op 11.

Konzertankündigungen

Um regelmäßig Konzertankündigungen von ART DE L'AUTRE zu erhalten, können Sie sich hier

direkt für unsere Mailingliste registrieren. ART DE L'AUTRE nutzt Ihre persönlichen Daten 

(Name und E-Mail-Adresse) ausschließlich für den Versand von Konzertankündigungen

und Einladungen zu besonderen Anlässen. Selbstverständlich können Sie sich jederzeit

mit einem Abmeldelink am Ende jeder Mail oder bei uns direkt (info@artdelautre.de) abmelden.

 

HIER können Sie sich für unsere Konzertankündigungen anmelden.